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Definition "Feng-Shui"
Feng Shui
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Feng Shui, Feng-Shui oder Fēngshuǐ [fɤŋ ʂu̯eɪ̯] (chin. 风水 / 風水 „Wind
und Wasser“) ist ein aus China stammendes System, das zur
„Harmonisierung“ von Bauvorhaben und Wohnräumen dienen soll. Der ältere
Begriff für Feng Shui ist Kan Yu, eine Kurzform für den Begriff „den
Himmel und die Erde beobachten“. Nach der traditionellen Vorstellung
sollen mit Feng Shui „die Geister der Luft und des Wassers geneigt
gemacht“ werden können. Feng Shui ist im chinesischen Ursprungsland ein
Teil der klassischen chinesischen Philosophiesysteme. Eines der
traditionellen Anwendungsgebiete in China ist die Planung von
Grabstätten (Ahnenkult).
Feng Shui hat auch die chinesische Gartenkunst maßgeblich geprägt. Die
Prinzipien des Feng Shui können auch bei Zimmereinrichtungen,
Hausarchitektur und Landschaftsgestaltung berücksichtigt werden. Die
Raumgestaltung und Baugestaltung erfolgt nach verschiedenen Regeln, die
sicherstellen sollen, dass sich sogenannte „verstockte Energien“ nicht
in diesen Räumen festsetzen können und das Qi (andere Umschrift: Chi)
frei fließen kann. Es gibt jedoch keine Hinweise für die Existenz
solcher Energien.
Feng Shui basiert auf einigen zentralen chinesischen
Philosophiesystemen, wie der Yin-und-Yang-Lehre, den nach den
Himmelsrichtungen ausgerichteten Acht Trigrammen sowie der
Fünf-Elemente-Lehre. Seit einigen Jahren erfahren die Lehren des Feng
Shui auch zunehmendes Interesse in der westlichen Architektur und
Innenarchitektur - es ist auch eine Verschmelzung von westlichen Ideen
der Esoterik mit Feng Shui zu
Grundlagen
Der Begriff „Feng Shui“ ist eine Abkürzung für einen Satz aus dem „Buch der Riten“ von Guo Po (ca. a.D. 300): „Qi wird vom Wind zerstreut und stoppt an der Grenze des Wassers“. Die Begriffe Wind/Wasser werden seither für die Kunst verwendet, mit der das Qi vor dem Wind geschützt und mit Wasser beeinflusst wird. Die Theorie Qi: Qi sei laut Feng-Shui-Theorie dessen wichtigste Grundlage. Qi sei die unsichtbare Lebensenergie, die überall um uns, in jedem Wesen und jeder Zelle fließe. Sie sei die Energie, die alles belebe und gestalte. In Japan wird sie Ki, in China Qi und bei uns Odem oder Lebensenergie genannt. Die Aufgabe eines Feng-Shui-Beraters sei es, die Bewegung des Qi in der Umgebung und im Haus zu erkennen, zu harmonisieren und zu steigern. Eine hohe Ansammlung von günstigem Qi könne zu positiven Ergebnissen bei Gesundheit, Harmonie und Erfolg des Menschen führen.
Die Lehre von Yin und Yang: Yin ist das Qi von Bergen und Ruhe, Yang das Qi von Straßen, abschüssigem Gelände und Wasser. Die aus dem Taoismus stammende Lehre fördere das Gleichgewicht zwischen allen Gegensätzlichkeiten. Im New Age Feng Shui wird die Lehre von Yin und Yang allein auf die Wohnung angewandt, wie zum Beispiel den Yangbereichen, also den aktiven Bereichen wie Arbeits- und Wohnzimmer, und den Yinbereichen, den Ruhebereichen, wie dem Schlafzimmer und dem Meditationsraum. Jeder Bereich werde auf seine Funktionalität abgestimmt und die Anordnung der Räume harmonisch gestaltet.
Die Lehre der Fünf Elemente: Die Energie werde nicht mehr auf zwei, sondern auf fünf Ebenen analysiert und ausgeglichen. Hier sei das Wissen um die Auswirkung von Farbe, Form, Maßen und Klang auf den Menschen sehr wichtig. Der Ausgleich des Ortes könne durch die Anordnung und das Anbringen von Objekten, Farben oder Abhilfen durchgeführt werden.
Das Luan Tou, die Landschaftsschule ist die älteste Schule im Feng Shui und im Westen noch weitgehend unbekannt. Es wird die Positionierung des Hauses in Bezug auf die Landschaftsformation bewertet.
Die Kompasslehre (Li Qi Pai): Der Luo Pan, der Geomanten-Kompass, symbolisiert durch seine Form (ein Kreis in einem Quadrat) die Verbindung von Himmel und Erde. Nach der Lehre manifestiert sich der Einfluss der Sterne in bestimmten Formationen der Natur. Durch die Messung der Himmelsrichtung lässt sich die energetische Qualität des zu untersuchenden Hauses feststellen.
Die Lehre der Fliegenden Sterne (auch Flying Stars genannt) ist ein Teil des Li Qi Pai. Sie analysiert die Einflüsse von neun „Sternen“ und deren zeitlichen Einflüssen in Bezug auf die Landschaft, das Haus oder die Wohnung auf den Menschen. Die neun „Sterne“ entsprechen in Charakteristik und Eigenschaften den Acht Trigrammen, auf denen das I Ging basiert, plus eines weiteren „Sterns“, der die Mitte symbolisiert. Durch den zeitlichen Wechsel ändert sich auch die optimale Positionierung von Yin und Yang in der Umgebung eines Hauses. Dadurch gibt es günstige und ungünstige Einflüsse, denen durch die richtige Nutzung der Räume im Haus Rechnung getragen werden kann.
Klassisches Feng-Shui
Die älteste Schule im klassischen Feng Shui ist Luan Tou, im Westen „Formenschule“ genannt. Dabei geht es um die optimale Auswahl eines Bauplatzes, der durch die natürliche Landschaftsformation geschützt ist. Luan Tou wurde sowohl für Wohnhäuser als auch für Grabstätten angewendet, wobei in der chinesischen Geschichte mal die eine, mal die andere Anwendung zeitlich dominierte. Li Qi Pai, die „Formelschule“, arbeitet mit den Himmelsrichtungen, die am Haus mit dem Lo Pan, einem Kompass, gepeilt und auf den Hausgrundriss übertragen werden, sowie den zeitlichen Einflüssen. Die beiden populärsten Richtungen dieser Schule, die „Fliegende-Sterne-Methode“ und die „Acht-Häuser-Methode“, können beide auf lange Traditionen zurückblicken. Die „Geheimnisse“ der Fliegende-Sterne-Methode wurden Anfang des 20. Jahrhunderts erstmals in einem Buch der chinesischen Öffentlichkeit präsentiert, nachdem sie bereits jahrhundertelang in Gebrauch gewesen waren.
Das klassische Feng-Shui geht davon aus, dass die Erdkräfte in Form von Qi immer und unabhängig vom Menschen wirken. Der Mensch könne diese erkennen und entsprechend nutzen.
Im klassischen Feng Shui werden als Hilfsmittel zur Harmonisierung von Räumen nur sehr wenige Objekte verwendet (z. B. Amulette, Landschaftsbilder und Kalebassen).
Feng Shui wurde in China nach der kommunistischen Revolution von Mao Zedong verboten. Viele Feng Shui-Schriften wurden vernichtet, und die Praktizierenden wurden gezwungen, von der Lehre abzulassen. Durch die Repressionen im chinesischen Stammland wurden viele Meister der Feng Shui-Disziplinen zur Emigration gezwungen. Nach dem Verbot und der Vertreibung aus dem kommunistischen China hat sich das klassische Feng Shui je nach Ursprung anders weiterentwickelt. Das Feng Shui aus Hongkong unterscheidet sich vom Feng Shui aus Malaysia oder Taiwan. Es lässt sich dort aber eine verstärkte Hinwendung zu den chinesischen Klassikern feststellen.
In der Volksrepublik China, Taiwan und Hongkong werden Neubauten (z. T. auch aufwendige Bauprojekte wie Hochbauten) manchmal nach den Regeln des klassischen Feng Shui errichtet.
Westliches Feng Shui oder Neo-Feng-Shui
Im Westen ist durch die Vermischung einiger traditioneller chinesischer Feng Shui-Grundideen mit Vorstellungen der New Age und Esoterik Bewegung ein neues System entstanden, das Feng Shui vorwiegend als Methode zur Harmonisierung von Wohnräumen anwendet. Die in China übliche Praxis, Feng Shui bereits bei der Planung von Bauobjekten zu berücksichtigen, findet im Westen nur vereinzelt Anwendung. Das im Westen praktizierte Neo-Feng-Shui System hat seinen Ursprung bei der von Lin Yun 1986 in Kalifornien gegründeten „Church of Black (Hat) Sect Tantric Buddhism“.
Einbezogen werden z. B. Theorien von Farbgestaltung und dem energetischen Einfluss von Kristallen und Düften. Unter Verwendung von zahlreichen Hilfsmitteln (z. B.: Windspiele, Kristallen, Zimmerbrunnen, Goldsteinen, farbigen Stoffen, Wasserpostern) soll der Fluss der Lebensenergie Qi in Wohnräumen regulierbar sein.
Das Neo-Feng-Shui oder New-Age-Feng-Shui ignoriert die Himmelsrichtungen und richtet Maßnahmen nach dem Hauseingang oder der Wohnungstür aus, während klassisches Feng Shui in China versucht, bereits bei den Baumaßnahmen Einfluss auszuüben. Eine der beliebtesten Methoden im Neo-Feng-Shui, das sogenannte Drei-Türen-Bagua, lässt sich nur sehr ansatzweise auf klassische Quellen zurückführen: Im Shuo Gua, einem der Zehn Flügel des Yijing (I Ging), finden sich Beschreibungen der acht Trigramme, die sich mit viel Fantasie zu den von Neo-Feng-Shui-Praktizierenden verwendeten Bedeutungen umdeuten lassen. Im Shuo Gua wird jedoch jedem Trigramm eine Himmelsrichtung fest zugeordnet, diese Richtungszuordnung wurde von Lin Yun jedoch fallen gelassen.
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